Ziegel überzeugt in allen Dimensionen der Nachhaltigkeit – qualitativ, wirtschaftlich, ökologisch und sozial
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Bilder: Norbert Prommer (VÖZ)
Der aktuelle austrian brick and roof award 11/12 – der vom Verband Österreichischer Ziegelwerke (VÖZ) in Kooperation mit Tondach Gleinstätten und Wienerberger Österreich vergebene Preis für herausragende Projekte moderner Ziegelarchitektur in Österreich – wurde am Abend des 10. November 2011 im Architekturzentrum Wien/Museumsquartier verliehen.
In der Kategorie Wohnbau kleinvolumig erhielt ein privates Einfamilienhaus in Silz die begehrte Auszeichnung: Wohnen für Anspruchsvolle mitten in der einmaligen Naturkulisse der Tiroler Bergwelt.
Die Kategorie Wohnbau großvolumig gewann ein Senioren-Wohnbauprojekt (Betreubares Wohnen) in Ernsthofen/Niederösterreich. Demonstriert wurde hier in eindrucksvoller Weise, dass zeitgemäße Architektur schon längst nicht mehr nur den jungen Menschen mit Erfolg angeboten wird.
In der Kategorie Nicht-Wohnbau ging das Projekt „Franziskanerkloster Güssing“ im Burgenland als Sieger hervor, bei dem gezeigt werden konnte, wie eine perfekte Verbindung von Alt & Neu zu erreichen ist.
Eine ähnlich gelungene Symbiose von Tradition & Moderne findet man beim Gewinner der Kategorie Steildach mit Tondachziegel – ebenfalls ein Tiroler Projekt: der Wiederaufbau von Ferienwohnungen nach einem Brand in Kitzbühel, wobei an die Dacheindeckung ganz besondere Anforderungen gestellt wurden…
Und nicht zuletzt: Spontan wurde von der Experten-Jury ein Sonderpreis Sanierung vergeben. Diesen bekam ein Ferienhaus in Fehring/Steiermark, wo es gelang, die auf das 18. Jahrhundert zurückgehende Bausubstanz den modernen Anforderungen an Bau- und Energietechnik sowie den Ansprüchen des urlaubenden Gastes von heute optimal anzupassen.
Überreicht wurde den glücklichen Gewinnern eine Award-Skulptur – entworfen von Stefan Radinger, Student für Industrial Design an der Kunstuniversität Linz, der mit seiner Kreation als Sieger aus dem – vom VÖZ – universitätsintern ausgeschriebenen Wettbewerb hervorging.
Haus H Silz/Tirol
Architektur: Arch. DI Ferdinand Haslwanter
www.haslwanter.org
Hochwertige Architektur im modernen Einfamilienhausbau hat in Tirol schon eine gewisse Tradition. Im Oberen Inntal gibt es nun ein – erst kürzlich fertig gestelltes – Bauwerk, das als ein weiteres, besonders gelungenes Beispiel dieser „Tiroler Architektur der Jahrtausendwende“ angesehen werden kann.
Ein privater Bauherr hat sich hier in Silz seinen Wohntraum verwirklicht: Von der Straße aus sichtbar ist eine flache weiße Box, die auf einem Sockel – dem eigentlichen Kellergeschoß mit dem Hauseingang – ruht; für Licht sorgen zwei mehrteilige Fensterbänder. Nach hinten öffnet sich ein von drei Seiten durch Baukörper umschlossenes Atrium. Zum Innenhof hin wurde auf Wände komplett verzichtet – Glas gibt hier großzügig den Blick frei auf den Swimmingpool und die Schönheit der Tiroler Berge.
Die Außenmauern sind als 50 cm starke, monolithische Ziegelwände ausgeführt. Energieeffizienz wird so ohne Vollwärmeschutz erzielt – und das wohltuende Raumklima eines Ziegelhauses auf seine ursprünglichste Form zurückgeführt.
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Betreubares Wohnen Ernsthofen/ Niederöstereich
Architektur: Poppe*Prehal Architekten
www.poppeprehal.at
In der kleinen niederösterreichischen Ortschaft Ernsthofen an der Enns, die zum Einzugsgebiet von Linz gehört, wurde von der „Heimat Österreich gemeinnützige Wohnungs- und Siedlungsgesellschaft m.b.H." ein Projekt mit Wohnungen für ältere Menschen realisiert, die – je nach Bedarf – Betreuungsleistungen in Anspruch nehmen können, ohne jedoch ihre möglichst weitgehende Selbstständigkeit und Eigenverantwortung zu verlieren. „Betreubares Wohnen" wird dieses Senioren-Wohnmodell in Niederösterreich genannt.
Das Projekt besteht aus zwei Bauteilen mit einem dazwischen liegenden Zwickel, der Gemeinschaftsraum und Arztzimmer beherbergt. Alle Wohnungen punkten mit südseitigen, geräumigen Loggien und werden von einem – mit Fenstern geschlossenen, an der Nordseite gelegenen – Laubengang aus betreten.
Die Architektur besticht durch modernste Optik, die jedoch zugleich helle Leichtigkeit und warmes Wohlgefühl ausstrahlt – so wird moderne Architektur auch von SeniorInnen gerne akzeptiert!
Nicht zuletzt sollte erwähnt werden: Das Projekt in massiver Ziegelbauweise mit Außendämmung verwirklicht Passivhausstandard und damit geringe Energiekosten für die Bewohner.
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Franziskanerkloster Güssing/Burgenland
Architektur: Arch. DI Michael Lingenhöle
www.lingenhoele-architektur.at
Im Zuge der Sanierung des – aus zahlreichen Gebäuden bestehenden – Franziskanerklosters in Güssing galt es, zwei alte Stallbauten für neue Funktionen – Jugendzentrum, Kirchenbeitragstelle und öffentliche WC-Anlage – zu adaptieren.
Behutsam ist man hier an die historische Bausubstanz herangegangen und sorgsam wurde mit Heutigem ergänzt – sodass sich nun Alt & Neu als harmonisches Ganzes präsentieren. Ein architektonisches Kleinod, das sich dem Betrachter erst auf den zweiten und dritten Blick in seiner ganzen Schönheit erschließt.
Das bis zu 80 cm dicke Ziegelmauerwerk des Erdgeschoßes blieb original erhalten und wurde – wo notwendig – ergänzt; neu eingebaute Kastenstockfenster bringen Licht ins alte Gemäuer. Der zweite Stock wurde – deutlich vom alten Teil unterscheidbar – als Glasgeschoß mit Betonstruktur aufgesetzt; durch fixe Holzlamellen, die die Sonneneinstrahlung je nach Jahreszeit regulieren, im Zusammenwirken mit den dicken Ziegelwänden wird ein energetisch optimierter Standard erreicht. Ein gläserner Zubau verbindet die beiden ehemaligen Stallungen.
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Die Renovierung des Daches erfolgte mit demselben Dachziegel-Modell (TONDACH® Tasche eckig 19 x 40 in naturrot), das seinerzeit auch für das Kloster und die Kirche verwendet wurde – eine optische Einheitlichkeit, die den Ensemblecharakter der Gebäudeteile subtil unterstreicht.
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