Neuer U2-Tunnel zwischen Rathaus und Schottentor

Vom U-Bahn Tunnel ins Ziegelwerk

Urbane Kreislaufwirtschaft beim U-Bahn Ausbau

Wiener U-Bahn-Ziegel

Bei einem Pilotprojekt in Zusammenarbeit mit den Wiener Linien im Rahmen der U2 Verlängerung zum Matzleinsdorfer Platz werden neue Maßstäbe in der urbanen Kreislaufwirtschaft gesetzt. Anstatt den Aushub zu deponieren, wird er als wertvoller Rohstoff für die Produktion von hochwertigen wienerberger Ziegeln genutzt. So entsteht mit den U-Bahn-Ziegeln ein nachhaltiger Baustoff, der höchsten Qualitätsstandards entspricht. Aus Wien, für Wien.

Hochwertiger Wiener Ton

Vom Aushub zum wertvollen Baumaterial

Der U-Bahn-Ausbau der U2xU5 stellt ein wichtiges Klimaschutzprojekt in Wien dar und fördert die nachhaltige Mobilität in der Stadt. Im Rahmen des Baus wurden von der Tunnelvortriebsmaschine „Debohra“ bereits 35.000 m³ Erdmaterial ausgegraben, die von den Wiener Linien bereitgestellt wurden. Im Laufe des Baufortschritts folgt weiterer Aushub.

Das qualitativ hochwertige Material wird über den Matzleinsdorfer Platz ausgehoben und zu den beiden nahegelegenen wienerberger Ziegelwerken Hennersdorf und Göllersdorf in Niederösterreich transportiert.

Regionale Produktion

So entstehen Ziegel aus U-Bahn-Aushub

Die Produktion des Ziegels aus dem von den Wiener Linien bereitgestellten Erdmaterial unterscheidet sich nicht von der Produktion herkömmlicher Ziegel.

Der qualitätsgeprüfte Lehm wird in einem ersten Schritt zerkleinert, gesiebt und mit Wasser und bei Bedarf Porosierungsmitteln gemischt, um eine optimale Formbarkeit zu erreichen. Danach wird die Tonmasse gepresst, geschnitten, getrocknet und anschließend bei 900–1.000 °C gebrannt. Nach dem Abkühlen und der anschließenden Qualitätsprüfung sind die Ziegel fertig für den Transport.

Insgesamt können aus dem Aushub der U2xU5‑Baustelle 2,8 Mio. Ziegel produziert werden. Das entspricht Baumaterial für rund 1.000 Einfamilienhäuser.

Ziegel für Wien

Aus der Stadt – für die Stadt

Gleiche Qualität und Normkonformität, keine Abstriche bei Statik, Dämmung oder Schallschutz: Die Ziegel aus dem U-Bahn-Aushub entsprechen den technischen Standards von Ziegeln aus klassischen Tongruben. Möglich macht das eine lückenlose Qualitätsüberwachung entlang des gesamten Herstellungsprozesses. Somit eignen sie sich hervorragend im Wohn- und Objektbau für Innen- und Außenwände.

Seit März 2026 wird das Material aus dem Wiener U-Bahn-Bau unserer Tonmischung aus den bestehenden Gruben beigefügt und für die Herstellung von hochwertigen Ziegeln verwendet. Ab Mai sind die Ziegel aus dem Aushubmaterial im Baustoffhandel erhältlich – und stehen für nachhaltiges Bauen, das konkret umgesetzt wird.

„Der U-Bahn-Aushub zeigt, was möglich ist, wenn man Bauprozesse neu denkt: Aus dem Material, das beim Ausbau der Stadt entsteht, bauen wir die Gebäude der Zukunft.

Beim Ausbau der Wiener U-Bahn fällt viel Aushubmaterial an, das bisher größtenteils deponiert wurde. Wir zeigen gemeinsam mit unseren Partnern, dass darin ein wertvoller Rohstoff steckt. Aus rund 35.000 Kubikmetern Aushub können wir etwa 2,8 Millionen Ziegel herstellen – genug für rund 1.000 Einfamilienhäuser.“

Johann Marchner,
Country Managing Director

Johann Marchner mit Ziegel aus U-Bahn Aushub
Wiener Ton Ziegel vor wienerberger Werk Hennersdorf

Spannende Fakten rund um den U-Bahn-Ziegel

Das gemeinsame Pilotprojekt mit den Wiener Linien im Zuge der U2‑Verlängerung zeigt eindrucksvoll, wie ökonomisch sinnvoll regionale Kreislaufwirtschaft sein kann.

Der Aushub wird nicht teuer entsorgt, sondern zur Weiterverarbeitung als wertvoller Rohstoff für hochwertige, regional produzierte wienerberger Ziegel in den nahegelegenen Werken genutzt. Das reduziert Deponiemengen, schont Ressourcen, stärkt die lokale Wertschöpfung – und liefert einen nachhaltigen Baustoff für künftige Bauprojekte in der Stadt.

Auch aus historischer Perspektive ist das Projekt spannend. Ziegel und wienerberger haben die Stadt Wien schon in der Vergangenheit maßgeblich geprägt. Zahlreiche Gebäude, wie etwa das Parlament, die Börse oder die Nationalbank, wurden mit Ziegeln errichtet. Mit „Wiener Ton“ wird diese Erfolgsgeschichte nun weitergeschrieben: U-Bahn-Aushub aus Wien, Ziegel für Wien.

  • 35.000 m³ Erdmaterial
  • 2,8 Mio. Ziegel
  • 1.000 Einfamilienhäuser
  • Regionale Produktion
  • Bewährte Qualität
  • Verfügbarkeit ab Mai 2026

Bildergalerie

Vom Aushub zur Präsentation des Ziegels aus Wiener Ton

Häufig gestellte Fragen rund um den Ziegel aus dem U-Bahn-Aushub

Das Pilotprojekt entstand aufgrund des guten Zusammenspiels zwischen den Projektpartnern Wiener Linien, der Erdbaufirma Koller Bau und wienerberger. wienerberger hat Erstproben des Aushubmaterials genommen und analysiert.

Das Projekt ist ein praxisnahes Beispiel für urbane Kreislaufwirtschaft. Reduktion von Deponieabfällen, kürzere Transportwege, Schonung natürlicher Ressourcen und geringere Emissionen werden in diesem Projekt eindrucksvoll vereint.

Die Verarbeitung in österreichischen Werken bzw. Werken in der unmittelbaren Umgebung von Wien stärkt die regionale Wirtschaft und schafft Wertschöpfung vor Ort, anstatt Aushubmaterial kostenintensiv zu deponieren.

Langfristig geht es darum, Bauprozesse ganzheitlich zu betrachten und Materialien möglichst im Kreislauf zu führen – ein Schritt hin zu einer nachhaltigen Bauwirtschaft.

Aktuell liegt der Fokus auf der aktuellen U-Bahn-Baustelle der U2 Verlängerung. Prinzipiell wäre es aber denkbar, dass weitere U-Bahnbaustellen ebenfalls passendes Aushubmaterial liefern könnten.

Ja, das Projekt kann als Vorzeigeprojekt dienen und prinzipiell als Blaupause für andere Städte, die große Mengen Aushubmaterial nachhaltig nutzen wollen. Die Qualität des Aushubs ist jedoch hierbei entscheidend.

Neben Wien (Wienerberg) könnten folgende Regionen interessante Tonvorkommen für regionale Kreislaufwirtschaft bieten: Niederösterreich (Donau-Raum: Krems, Tulln, Korneuburg, St. Pölten), Gmunden, Südoststeiermark, Klagenfurter Becken, Mattersburg/Eisenstadt.

Die Qualität wird im Labor in Hennersdorf geprüft. Dazu zählen mineralogisch-chemische Analysen, Prüfungen des Trocknungs- und Brennverhaltens, Kornverteilung und Plastizität, Laborpressungen zur Festigkeitsprüfung sowie Untersuchungen auf Verunreinigungen.

Die Herausforderungen lagen vorrangig in der Trennung, Analyse und Aufbereitung des Materials sowie in den Genehmigungsverfahren für eine normgerechte Ziegelproduktion. Für alle genannten Bereiche wurde grünes Licht gegeben.

Kreislaufwirtschaft bei wienerberger

Nachhaltigkeit im Fokus

Kreislaufwirtschaft ist eine der drei Säulen des wienerberger Nachhaltigkeitsprogramms. Seit 2023 sind nahezu alle neu entwickelten Produkte zu 100 % wiederverwertbar oder recyclebar. Darüber hinaus erhöhen wir stetig den Anteil an Sekundärrohstoffen und Recyclingstoffen in der Produktion.

Das Aushub-Projekt mit den Wiener Linien ist ein zentraler Baustein der Nachhaltigkeits-Strategie und zeigt einmal mehr auf, dass Kreislaufwirtschaft auch ökonomisch Sinn macht.

Produktion Wiener Ton Ziegel

Haben Sie Fragen zum Pilotprojekt?

Schicken Sie uns gerne eine Anfrage über das Kontaktformular.